Vom Erntedankfest zur
geselligen Sommerfeier

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Hattersheim, 19.08.2002.
"Eigentlich hat das alles mal als Erntedankfest angefangen", kramt Werner Stammer, der Pressewart des Kleingartenvereins (KGV), in lange zurück liegenden Ereignissen. "Mal", das war eine Zeit, als die Schrebergärtner ihre Parzelle noch in der Hauptsache dazu nutzten, Gemüse zu ziehen und Obst zu pflanzen. Die Zeiten haben sich geändert, inzwischen nutzen viele Menschen ihren Kleingarten zur Erholung oder als Spielfläche für ihre Kinder. Viele Gemüsebeete sind verschwunden, dafür finden sich Rasenflächen und Schaukelgestelle zwischen den Hütten. Und wenn nicht mehr so viel angebaut wird, gibt es auch nicht mehr so viel zu ernten. Außerdem ist es im September oder Oktober, wenn Erntedank ansteht, oft schon zu kalt, um im Freien ein großes Fest zu veranstalten. Also - die Kleingärtner feierten am Wochenende Sommerfest, ein bunter Abend bildete am Samstag den Auftakt.

Die Hattersheimer wissen inzwischen, dass sie beim KGV gutes Essen und Getränke für wenig Geld bekommen, und so kamen am Samstag trotz großer Konkurrenz allein im Stadtgebiet - Posthof Open air, Fischerfest - gut 200 Besucher in das festlich geschmückte Zelt. An der Dekoration war noch gut zu erkennen, dass der Ursprung des Festes im Erntedank liegt: Prächtige Erntekronen hingen von der Decke.

Mit den Blue Boys aus Kriftel hatte der KGV eine bemühte Kapelle verpflichtet, die es mit volkstümlicher Musik leider nicht schaffte, den berühmten Funken überspringen zu lassen. Mehr Erfolg hatten die "Drei Tenöre". Holger Stäbe, Rainer Bitterer und Werner Schumann vom Okrifteler Carneval Club Mainperle parodieren seit Jahren mit Erfolg Domingo, Carreras und Pavarotti. Spätestens nach "O sole mio" hatten sie das Festzelt mit ihrer Playbackshow fest im Griff. Die Tanzgruppe das Spanischen Elternvereins passte mit ihrem temperamentvollen Auftritt perfekt zu den italienischen Arien der "Tenöre".

Wer zwischen Bratwurst für 1,50 Euro und einem Weizenbier für zwei Euro bemerkte, dass er noch ein paar Euro in der Tasche übrig hatte, konnte für die Flutopfer in Sachsen und Sachsen-Anhalt spenden. Manchen Besuchern hat das Fest so gut gefallen, dass sie sich nach den Pachtbedingungen beim KGV erkundigten. Da mussten der Vorsitzende Karl-Heinz Brand und sein Team allerdings abwiegeln: "Wir sind voll und haben schon eine Warteliste mit über 20 Interessenten", so Werner Stammer. (uwe)

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