Kleingarten-Verein  1936  e. V. Hattersheim am Main

 

Vereinsgeschichte

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Chronik

1936

Gründung des Vereins  

1983

Erweiterung der Anlage durch Landtausch  

1984

Parzellierung des neu erworbenen Landes  

1986

Große Feier zum 50. Vereinsjubiläum  

1989

Anbau am bestehenden Gärtnerhaus  

1998

Bau der neuen Vereinshalle  
     
   

 

Im April 1936 fanden sich neun Männer in dem Gedanken zusammen, einen Kleingartenverein zu gründen.
Es waren dies:


Josef Abt, Oskar Schäfer, Franz Uttenweiler, Franz Leicher, Christoph Pfeil, Franz Birkle, Peter Zahrt, Karl Blaschke
und Georg Klos.

Ihr Bestreben war es, sich in gärtnerischer Tätigkeit einen Ausgleich von der Berufsarbeit zu verschaffen und ihre Familien mit frischem und gesundem Obst und Gemüse zu versorgen.
Die Gründungsversammlung fand im Gasthaus  „Zur Post“ statt.  Nachdem zunächst ein vorläufiger Vorstand die Geschäfte leitete, wurde am 15. April 1936 der ordentliche Vorstand gewählt, nachdem weitere Interessenten dazugestoßen waren.
Als 1. Vorsitzenden wählte die Versammlung Josef Abt, der mit seinem Einsatz viel für die im Jahre 1940 durchgeführte erste Erweiterung  durch den damaligen Bürgermeister Neuser tat.

2. Vorsitzender wurde Oskar Schäfer, Schriftführer Josef  Weibler und Kassierer Franz Uttenweiler.

Vom ersten Tag an herrschte ein Gemeinschaftsgeist, der sich besonders in den Kriegsjahren bewährte, denn viele der Gartenbesitzer waren Soldaten, die somit den gestellten Anforderungen nicht gerecht werden konnten. Zu dieser Zeit bewährte sich die Solidarität und mit gegenseitigem Helfen wurden alle Probleme gelöst.

Wie viele ältere Gartenbesitzer erinnern sich noch an den Wassergraben neben dem Hauptweg, dessen Wasser ca. alle 50 m für Wasserentnahmen gestaut wurde und die Kinder der Kleingärtner hatten oftmals ihren Spaß daran, durch das Wasser zu laufen.
Sie erinnern sich aber auch daran, dass die Okrifteler Bauern, die das Wasser zum Bewässern ihrer Wiesen aus diesen angestauten Wasservorräten entnahmen, dabei oftmals die kleinen Stauwehre beschädigten oder zerstörten. Auch hatte sich damals noch manche Forelle aus dem Schwarzbach in den Wassergraben verirrt. Oder an die unvergessene ländliche Idylle, in welche die Gärten eingebettet waren, Bauern ackerten noch mit Kühen, das Quaken der Frösche am Schwarzbach war unüberhörbar und Störche suchten in den angrenzenden Wiesen nach Nahrung, um auch ihre Brut auf dem Schornstein der Bäckerei Ziegler groß zu ziehen.

An viele Arbeiten, wie Einfrieden der Gärten, Errichten von Gartenhäuschen, Lauben oder gar Wasserleitungen, konnte wegen Mangels an Material nicht gedacht werden. Die Hütten, die es gab, dienten mit ihren Größen nur zum Reparieren von Gartengeräten oder bei Regen recht und schlecht als Unterstellmöglichkeiten. Dennoch brauchte keiner um seine Geräte bange zu sein, denn die Gartenbesitzer von damals respektierten stets den Besitztum der Nächsten.

Es sei auch daran erinnert, dass bei der Vergabe der Gärten, die damals eine Größe von ca. 400 qm aufwiesen, stets auf den Familienstand geachtet wurde. In den zugewiesenen Gärten hatten Kartoffeln, Gemüse, Beerenobst und Kernobst ihren festen Platz. Jedes Stück Land wurde ausgenutzt und wie oft haben doch gerade diese Erzeugnisse manchem in der Lebensmittelknappheit geholfen.

Die Vereinsbeiträge betrugen damals 1,50 DM. Um aber den Anforderungen gerecht zu werden, wurden zusätzliche Einnahmequellen erschlossen. So wurden am Eingang der Anlage am Schwarzbach Palmkränzchen-Sträucher gepflanzt und später die blühenden Zweige der Gärtnerei Kimmel zum Kauf angeboten. Auch wurden Kirschbäume entlang des Hauptweges gepflanzt. Diese Ernteerträge wurden dann meistbietend versteigert bzw. verkauft.

Einige Jahre später wurde die Anlage in ihrem 2. Abschnitt um ca. 4-5 ha erweitert.
Dies war dann Anlass, einen Beschluss über die Errichtung einer Wasserleitung herbeizuführen.
Mit Hilfe von Pferdefuhrwerken wurden ausgeschlachtete Heizungsrohre aus dem Bundesbahn-Ausbesserungswerk Frankfurt-Nied  herbeigeschafft und in mühsamer Arbeit zu einer funktionsfähigen Wasserleitung zusammengebaut.
Die Wasserleitung wurde entlang des Hauptweges auf Stützen verlegt, um sie durch öfteren Anstrich vor Korrosion zu schützen.

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Schwarzbach Hochwasser

Nachdem dann jeder Kleingärtner seinen eigenen Wasseranschluss hatte, wurden die Wasserkessel jeweils mit einem Kettenzug hochgezogen.
Ein montierter Motor sorgte dann für den Druck. An einem heißen Tag hieß es dann zur Freude
aller: „Wasser Marsch“. Vergessen waren alle Mühen, kamen wir doch dadurch einen großen Schritt vorwärts.
Als nächstes galt es, an Einfriedungen zu denken. So konnten ausgemusterte Holzschwellen der Bundesbahn erworben werden und in Gemeinschaftsarbeit wurden die entsprechenden Pfeiler für die Umfriedung gesetzt. 

In den siebziger Jahren konnte noch weiteres Gelände von der Stadt Hattersheim für Kleingärten erworben werden. Nach diesem Landerwerb setzte auch eine der Zeit entsprechende Modernisierung ein. Jeder Garten erhielt eine Nummer, ähnlich einer Hausnummer.
Eine Gärtnerzeitung wurde in eigener Regie erstellt und jedem Gartenbesitzer monatlich ausgehändigt. Es fanden regelmäßige Gartenbegehungen statt, bei denen gelobt, aber auch getadelt wurde.
Nach weiteren Verhandlungen mit der Stadt Hattersheim konnte weiteres Gartenland von ca. 7 ha dazuerworben werden. Der Wasserbehälter wurde erneuert und den jetzigen Bedürfnissen entsprechend auch vergrößert. Eine Wasserpumpe wurde hinzugekauft und auch das Pumpenhaus den größeren Anforderungen entsprechend umgebaut.

Den Beginn des allmählichen Wohlstandes verspürte man allerorten, Rasen wurde angelegt, Gartengeräte verschiedenster Art hielten Einzug, schönere, größere aber auch aufwendigere Gartenhäuschen wurden gebaut. Die ersten Gärten mussten einem Parkplatz weichen, allerdings wurde entsprechender Gartenersatz gestellt. Gegenüber dem Pumpenhaus wurde in mühevoller Arbeit und überwiegender Selbsthilfe ein Vereinshaus erstellt, in dem eine Gastwirtschaft und Kegelbahn untergebracht sind.  (Gärtnerhaus)
Das Wetteifern um die schönsten Blumen oder andere Erzeugnisse innerhalb der Gemeinschaft begann und findet, gottlob kein Ende. Ein Kleingärtner versuchte sogar den Knoblauchanbau zu revolutionieren, indem er hoffte, den Knoblauchgeruch dadurch zu beseitigen, dass er ihn zwischen Rosen pflanzte, hoffend, der Knoblauch würde den Duft der Rosen annehmen. Wäre dies geglückt, Hattersheim wäre durch den rosenduftenden Knoblauch berühmt geworden.

Auch jetzt noch befand sich der Verein in einem Wachstumsprozess. 1983 gelang es dem damaligen Vorsitzenden Hermann Radinger, Bürgermeister Schubert davon zu überzeugen, dass Gärten für Entspannung, inneren Frieden und zwischenmenschliche Beziehungen unabdingbar sind.
Um wenigstens noch einem Teil derer, die schon lange auf der Warteliste stehen, zu einem Garten zu verhelfen, gelang es in gemeinsamen schwierigen Verhandlungen die Höchst AG zu einem Landtausch zu gewinnen. Nach diesem Erfolg hat der Kleingartenverein nun die stolze Zahl von  308 Kleingärten.
Des weiteren wurde beschlossen, die Eingangstore offen zu halten, um somit auch anderen Menschen die Natur näher zu bringen. Zusätzlich brachte diese Maßnahme dem Verein einen finanziellen Zuschuss der Landesregierung ein.
Im Frühling 1984 wurde eine Firma beauftragt, das zuletzt erworbene Land als Gärten schlüsselfertig parzelliert und eingefriedet zu erstellen.

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So wurde früher gefeiert.

Kurze Zeit später, im Juli 1984 wurden diese neuen Gärten an das Trinkwassernetz angeschlossen.
Es wurden unter Teilnahme des Bürgermeisters und Vertretern aller Körperschaften die neuerstellten Gärten verlost.
Im Jahre 1986 wurde das 50-jährige Jubiläum gefeiert. Ein großes Festzelt wurde auf dem neuen Parkplatz errichtet und namhafte Unterhaltungskünstler engagiert. Jeder der damals im Festzelt zugegen war, wird sich sicher noch an die gute Stimmung erinnern.

Nachdem die Erntedankfeste in den letzten Jahren im Posthof gefeiert wurden, ist das
60-jährige Jubiläum wieder im Zelt in der Kleingartenanlage begangen worden.
Auch die folgenden Erntedankfeste wurden wieder im Zelt gefeiert. Allerdings wegen der am Erntedank unkalkulierbaren Witterung etwas vorgezogen - jährlich Mitte August - deklariert als Sommerfest.

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Erntedankfest
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Erntedankfest
Im Jahre 1989 wurde unter dem 1. Vorsitzenden Hermann Radinger ein Anbau neben der Gaststätte Gärtnerhaus errichtet, der bis heute als Büro und für Vorstands-Sitzungen, sowie in den Kellerräumen für das Vereinsarchiv und als Lager dient. Dies war ganz dringend notwendig, wurde doch bis jetzt die immer umfangreichere Vereinsverwaltung im alten und viel zu engen Pumpenhaus bewerkstelligt.

In der Vorstandsperiode von Dieter Scherdel entstand 1994 der Plan, eine Vereinshalle zu bauen.
Der Baubeginn verzögerte sich aber bis Februar 1998. Karl-Heinz Brand war inzwischen (ab 1996) 1. Vorsitzender. Er war es auch, der viele Kleingärtner mobilisieren konnte, dass mit großem Einsatz unserer Mitglieder die Halle zum Sommerfest am 18. August 1998 eingeweiht werden konnte.
Mit unserem fördernden Mitglied Heinrich Desch konnten wir einen Mann gewinnen, der die Innenarbeiten in der Halle sowie die schöne Pergola davor vervollständigte.

Ebenso wurden ein Kinderspielplatz vor der Halle und ein Abenteuerspielplatz im Vereinsgelände angelegt. Für unsere Kinder und Enkelkinder finden seit ein paar Jahren Sommerfeste und Nikolausfeiern statt, die großen Zuspruch haben

Nun im Jahre 2001 begeht der Kleingarten-Verein sein 65jähriges Bestehen. Die Schirmherrschaft übernimmt freundlicherweise unser Bürgermeister Herr Hans Franssen.
Wir alle hoffen auf gutes Gelingen.
Wieder einmal war die Stimmung auf dem Höchststand – wie immer bei den Kleingärtnern.  An beiden Tagen war unser Festzelt proppevoll.

Im Jahre 2004 wurde ein Lagerraum an die neue Halle angebaut.

Leider mussten wir Im Jahre 2005 einen herben Verlust verzeichnen. Unser Freund, Ehrenmitglied, ehemaliger 1.Vorsitzender und Kassierer Dieter Scherdel verstarb viel zu früh im Alter von 62 Jahren. Wir werden Ihm und auch allen anderen Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren.

Im Jahr 2006 wird der Verein 70 Jahre alt. Dies ist natürlich ein Anlass, zünftig zu feiern. Am 19. und 20. August 2006 wird dieses Ereignis stattfinden. Auch zu diesem Jubiläumsfest konnten wir unseren Bürgermeister Herrn Hans Franssen für die Schirmherrschaft gewinnen. Die Vorbereitungen sind mittlerweile in vollem Gange. Unsere Mitglieder, Hans und Gerda Hanel pflanzten sogar ein Blumen-Arrangement "70 Jahre" in Ihre Parzelle.  Ein sehr schöner Blickfang!
Eine ganz besondere Überraschung ereilte uns im April 2006.
Der Hessische Rundfunk (TV-HR3) strahlt in den kommenden 5 Wochen einen Wettbewerb zwischen 5 hessischen
Kleingarten-Vereinen aus.
Irgendwie hat sich in Hessen durch unsere Öffentlichkeits-Arbeit herumgesprochen, dass der Kleingarten-Verein Hattersheim eine der schönsten Garten-Anlagen besitzt. Der Vorstand und alle Mitglieder sind mächtig stolz darauf, dass wir in diese Auswahl gekommen sind. An 5 Abenden wird im Fernsehen gezeigt, wie ein ziemlich herunter gekommener ungepflegter Garten durch einen neuen Pächter nach und nach zu einem Schmuckstück werden kann. Eine Bedingung musste allerdings  erfüllt werden. Es sollte ein kleiner Vorgeschmack auf die in Deutschland bald beginnende Fussball-Weltmeisterschaft sein. Der neue Pächter und einige helfende Gartenfreunde brachten daraufhin den Garten auf Vordermann.
Erst wurde entrümpelt, dann ein Fußballtor montiert, ein neuer Rasen verlegt, Blumen als Fahnen der Deutschen und der Brasilianischen Farben gepflanzt und die Laube frisch gestrichen. Der Garten entwickelte sich als wirklich guten Hingucker.

Am 31, Mai 2006 erhielt unser 1. Vorsitzender von HR3 den erlösenden Anruf. Wir haben diesen Wettbewerb durch die Mehrzahl der Anrufe gewonnen. 2 Stunden später rückte HR3 mit Kamera und Moderator an, um die von uns eiligst organisierte Jubelfeier zu filmen.

Super-Erna (Erna Erfurt) und unser Boss Karl-Heinz Brand übertrafen sich beim Interview selbst.

Ein echtes Highlight für unseren Verein!

 


 

   Aufstellung der Vorsitzenden von 1936 bis heute

   

1936 - 1951

Josef Abt 

1951 – 1956

Mathias Spring

1956 - 1958

Ewald Fleischer 

1958 - 1960

Simon Oberhauser

1960 - 1962

Oskar Schäfer 

1962 - 1968

Rudolf Koch

1968 - 1974

Dieter Ihlefeld

1974 - 1977

Horst Lösch 

1977 - 1980

Alfred Bernhard

1980 - 1981

Werner Weitzel

1981 - 1992

Hermann Radinger 

1992 - 1996

Dieter Scherdel 

1996 - 2008

Karl-Heinz Brand

2008 - heute

Peter Grammig

 

 

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