Kleingarten-Verein  1936  e. V. Hattersheim am Main

 

Düngen - aber mit Verstand

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Richtiges Düngen muss mit geeigneter Bodenpflege Hand in Hand gehen. Nur ein garer, gut gekrümelter Boden ist imstande, die in den Düngemitteln enthaltenen Nährsalze als Lösung aufzusaugen und festzuhalten, also ihre Auswaschung zu verhindern. Sandböden leiden ungepflegt am meisten darunter, dass die zugeführten Nährstoffe mit jedem Regen in den Untergrund versickern, in dem sie uns verloren gehen. Jedes Düngen muss bei solchen Böden mit der Verbesserung der wasserhaltenden Kraft, mit Humusanreicherung verbunden sein, weil nur dadurch die Düngung nachhaltig wirken kann.

Umgekehrt gilt bei schweren Ton- und Lehmböden unsere Förderung der Durchlüftung und Erwärmung, denn nur unter dieser Voraussetzung werden die zugeführten Düngestoffe am besten wirksam.


Da ohne genügende Feuchtigkeit eine Verwertung der zugeführten Düngestoffe für die Pflanzen nicht in vollem Ausmaß möglich ist, muss eine gute Pflege durch hacken und krümeln der Oberfläche dafür sorgen, dass die Bodenfeuchtigkeit ausschließlich der Pflanzenwurzel erhalten bleibt, nicht aber zwecklos an der Oberfläche ungehackter, verkrusteter Böden verloren geht.

Wer richtig düngen will, muss die Wirkung der wichtigsten Düngemittel kennen. Außerdem muss er über die verschiedenen Hauptnährstoffe, Stickstoff, Kali, Phosphorsäure und Kalk, so gut unterrichtet sein, dass er sie sicher anzuwenden versteht. Es ist nicht richtig, wenn wir einen Obstbaum, der tragen soll, mit Stickstoffdünger und dazu noch zur Unzeit düngen. Erstens fördert Stickstoff den Trieb und die Laubbildung zu großer Üppigkeit, zweitens bewirkt er aber, dass der Holztrieb nicht zum Stillstand kommt, das Holz unreif in den Winter geht und Frostschäden die Folge dieses an sich „kleinen“ Versehens sind.
 


Wer richtig düngen will, der muss vor allen Dingen wissen, dass ein Zuviel nicht fördernde, sondern nur bremsende oder sogar empfindlich schädliche Auswirkungen hat. 

Es kommt nicht auf ungeheure Düngermengen, seien es organische oder mineralische, sondern dem Bedürfnis von Boden und Pflanze entsprechend zu düngen, vor allem zur rechten Zeit und bei hochkonzentrierten Düngemitteln nicht mehr als die beigefügten Vorschriften es empfehlen.

Die Pflanze reagiert auf Überdüngung damit, dass sie krank wird. Sei es, dass sie zu mastig und damit anfällig für Witterung und Krankheiten wird, dass Verbrennungsschäden am Laub auftreten oder dass die Haltbarkeit von Früchten und Gemüse leidet oder beim Kochen üble Gerüche auftreten.
 


Richtig düngen heißt:

Einmal im Jahr eine volle Düngung geben, so wie sie den einzelnen Pflanzenarten zusteht, da, wo es Not tut, zur rechten Zeit eine ergänzende Kopfdüngung streuen, damit die Pflanze in einigen wichtigen Entwicklungsstadien besonders gekräftigt wird, und alles mit weisem Maß bemessen.
Nur so hat das Düngen Hand und Fuß. Und je mehr wir uns einer umfassenden Kompostwirtschaft verschreiben, um so sicherer werden wir auf diesem Wege mit mildem und vielseitigem fertigen Düngestoff in unseren Gärten die größten Erfolge erzielen.

Die Düngung soll alle dem Boden entzogenen Stoffe durch Zuführung von Humus und Mineralien möglichst in vollem Umfang ersetzen, damit wahre Lebensmittel erzeugt werden.
 

   

 

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